Rückblick :

9. Juli 2014

Liederhalle Mozartsaal
Stuttgart (Allemagne)


Konzert - Mozartsaal
Liederhalle - Stuttgart

Audio/Video :

Präsentation :

Hanns Eislers Musik zu Joris Ivens’ Experimentalfilm „14 Arten, den Regen zu beschreiben“ kann noch heute als Vorbild für Filmmusik gelten.

Über Neue Erde, einen Dokumentarfilm über die Landgewinnung in den Niederlanden, schrieb ihm Ivens in einem fiktiven Brief: „Ich bin sehr stolz darauf, dass du mir geholfen hast. Der Film ist ein klassisches Beispiel dafür geworden, dass die Musik in der Dramaturgie ein aktiver Faktor ist – kein passiver, der nur illustriert oder nur Gefühle untermalt.“ Von Eisler, betonte Ivens im Rückblick, habe er das richtige Zeitmaß gelernt, das Gefühl für die Balance zwischen den großen Episoden eines Filmes.

Mit seiner Musik zu Regen, einem 1929 gedrehten Stummfilm von Joris Ivens, gelang Eisler ein Meisterwerk. Vierzehn Variationen für fünf Instrumente gliedern Bilder des regenumflorten Amsterdam und deuten sie als Symbole der Trauer. Zugleich sind diese Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben subtile Kammermusik, die unabhängig vom Film ihr eigenes Recht besitzt. Eisler hat diese Komposition 1944 Arnold Schönberg zum 70. Geburtstag gewidmet. Wie sein Hollywooder Liederbuch, das er damals als eine Art musikalisches Exiltagebuch schuf, ist es zugleich aktueller Kommentar und ein Stück Zukunftsvision.


Programm :

Hanns Eisler/ Joris Ivens Regen (1929/1941)

Nathanaël Carré, Flöte
Frank Bunselmeyer, Klarinette
Muriel Bardon, Violin
Almut Beyer, Bratsche
Doris Untch, Cello
Stefano Vismara, Klavier